MovingEye
7. Medizinischer Exkurs

7.1. Die Realisierung

Die Frage, die man sich bei einem solchen Projekt stellen muss, ist ob es überhaupt realisierbar ist. Der Bau des Prozessors und der Prothese stellen bei dem heutigen Stand der Technik keine große Hürde dar. Aber kann die Prothese von einem Patienten auch komfortabel getragen werden ? - Diese Frage kann bejaht werden, da dies den Wissenschaftlern an der University of Alberta schon gelungen ist. Allerdings ist die Alberta-Prothese bisher "nur" in der Lage horizontale Bewegungen nachzuahmen. Zumindest theoretisch ist unser Glasauge in der Lage sich zusätzlich auch vertikal ausrichten zu können.

Dies kann man realisieren, indem in der Augenhöhle des Patienten zunächst ein Kunst-stoffgestell eingesetzt wird, in das dann das Glasauge platziert wird. Das Gestell darf allerdings nur wenige Millimeter dick sein, um noch genügend Platz für die Augenprothese zu lassen. Am "hinteren Ende" der Prothese befindet die sich in vertikal und horizontal bewegliche Achse, welche in dem Gestell befestigt wird. So kann sich dann das Glasauge vom Gestell zur Seite, oder nach oben bzw. nach unten drücken.

7.2. Die Vibration

Jeder Motor, sei er noch so geräuscharm vibriert bei der Ausführung seiner Arbeit. Es ist gerade bei der Augenprothese von großer Wichtigkeit diese Vibration maximal zu ver-ringern und zu dämmen, damit die Träger-Person nicht fortwährend ein Surren im Kopf vermerkt, was das dauerhafte Tragen der Prothese nahezu unmöglich machen würde.

Eine Lösung des Problems könnte die Verwendung einer Gummi- oder Silikonschicht sein, die um das Gestell angebracht wird. Um allergische Reaktionen zu vermeiden, muss der vibrationsdämpfende Stoff entweder als vertragbar gelten oder entsprechend isoliert werden, damit die empfindliche Haut der Augenhöhle nicht gereizt wird.

7.3. Und Blinde wurden sehend...

Die biblische Prophezeiung kann die von uns entworfene Prothese zwar nicht erfüllen, dennoch wäre es vorstellbar, sie als Basis für ein künstliches Auge, das auch optische Signale an das Gehirn überträgt, zu benutzen. Für unsere Zwecke wäre es durchaus sinnvoll vom Kunstauge optische Signale zu übertragen, um den Patienten die Fähigkeit des dreidimensionalen Sehens wieder zu geben. Allerdings stoßen wir hier auf die von Mutter Natur gegebenen Grenzen, da die künstlich erzeugten optischen Signale nicht denen entsprechen, die von einem gesunden Auge an das Gehirn gesendet werden. Das Gehirn müsste also zwei unterschiedliche visuelle Signale verstehen, wenn wir da-von ausgehen, dass die Träger-Person ja noch ein vollständig gesundes Auge hat. Dass das Gehirn nicht in der Lage ist, diese zwei unterschiedlichen Nervenreize für eine Auf-gabe zu koordinieren, haben Untersuchen belegt. Somit erfüllt die Prothese lediglich ihren kosmetischen Zweck.

Sinnvoll wäre die Idee der optischen Reizabgabe erst, wenn die Träger-Person auf dem gesunden Auge erblindet (z.B. aufgrund Grauen Starr). So könnte man die Solarzellen in der Prothese durch lichtempfindliche Folien ersetzen, die optische Signale erfassen und verstärkt an den Sehnerv weitergeben (Solche Folien werden seit Jahren an der kalifornischen Universität erforscht). Zu beachten ist, dass dann die Prothese batterie-betrieben werden muss. Mittels der nun "sehenden" Prothese erlangt die Träger-Person zwar nicht die natürliche Sehkraft zurück, da die elektronischen Impulse nicht äquivalent zu den natürlichen sind. Dennoch ist sie in der Lage nach einer Lernphase nahliegende Hindernisse zu erkennen.

6. Einsatzbereitschaft
- Inhalt -
8. Quellen


© by Andreas Hadel und Birgit Hadel
»www.Hadels.com«