2. Folgen auf die Medizinische Versorgung

Die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien erzielt viele positive Effekte im Bereich der medizinischen Versorgung. Im wesentlichen wirken diese Effekte in den folgenden drei Bereichen:

  • Ferndiagnose und Fernbehandlung
  • Patientenüberwachung
  • Verfügbarkeit der Patientendaten

    2.1. Ferndiagnose und Fernbehandlung:

    Auch wenn die Ferndiagnose noch nicht vollständig etabliert ist, kommt sie schon heute zum Einsatz. Meist werden auf diese Weise Ratschläge und Urteile von Spezialisten eingeholt. Beispielsweise filmt der behandelnde Arzt mit einer hochauflösenden Kamera Bilder, von den erkrankten Körperteil des Patienten. Diese Bilder werden dem Spezialisten via Internet übertragen, welcher dann ggf. seine Diagnose und Behandlungsempfehlung übergeben kann.

    Mittelfristig wird es auch möglich sein, dass benötigte Spezialisten via Fernsteuerung Operationen leiten / durchführen können.

    Auch können mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie Menschen von Ärzten betreut werden, die sich an einem Ort befinden, wo unmittelbar keine ärztliche Versorgung zu erwarten ist. Die WorldClinic, gegründet von Doktor Dan Carlin hat sich darauf spezialisiert, weltweite medizinische Betreuung zu garantieren. Da die Klinik auch mehrere Dolmetscher unterhält, können sie sich auch nicht-englisch-sprachige Patienten annehmen.
    Wer von der WorldClinic behandelt werden möchte, kann sich für 1100 bis 2500 US-Dollar als Kunde anmelden. Dann wird eine Akte angelegt, sowie jedes Jahr eine Vorsorgeuntersuchung vorgenommen. Abschließend erhält man ein spezielles WorldClinic-MedicalKit, mit dem man sich notfalls auch selbst operieren könnte.

    Die Hilfe der WorldClinic nahm im November 1998 der Weltumsegler Viktor Jasykow in Anspruch, der sich unter Anleitung von Dr. Carlin einen Abszeß am Ellbogen selbst operativ entfernte.

    2.2. Patientenüberwachung :

    Tragbare EKG-Geräte befinden sich unlängst in der Anwendung und erleichtern somit Patienten sowie Medizinern das Leben. Weitere Geräte, die andere medizinisch relevante Werte, wie Blutwerte, Temperatur usw. ständig überwachen und an den Arzt weiterleiten, sind in der Testphase und werden in ebenfalls kurzer Zeit genutzt werden können. Der Patient muß also nicht unnötig lange im Krankenhaus oder in der Praxis verweilen und erhöht damit ggf. seine Heilungschancen, da Untersuchungen belegt haben, dass die vertraute Umgebung den Gesundungsprozeß beschleunigen kann.

    Wie im vorangegangenem Abschnitt beschrieben, ist es möglich, via E-Mail im Kontakt mit seinen behandelnden Arzt zu bleiben.

    2.3. Verfügbarkeit der Krankengeschichte:

    Auf dem letzten Europäischen Ärztetag wurde unter anderem die Standardisierung innerhalb Europas beschlossen. Dieser Beschluß beinhaltet ebenfalls die Einführung der sogenannten SmartCard und die Erstellung des dazugehörigen DataPools.

    Die SmartCard stellt eine Erweiterung der heutigen Krankenkassen-Versichertenkarte dar, die neben Name, Adresse und Geburtsdatum auch medizinische Daten, wie Impfungen, aktuelle Behandlungen etc. , gespeichert hat.

    Der DataPool ist digitales Archiv mit der medizinischen Karriere die ein Patient im Laufe seines Lebens durchläuft. Da das Archiv dezentral angelegt wird, kann der behandelnde Arzt online Zugriff auf die benötigten Daten nehmen.

    Der Vorteil dieser neuen Techniken, die in absehbarer Zeit zum Einsatz kommen werden, ist die ständige Verfügbarkeit der medizinisch relevanten Daten und gegebenenfalls Krankengeschichte. Der Arzt muß also nicht mehr zunächst mögliche Allergien oder Krankheiten ermitteln bzw. diagnostizieren, wenn dies schon ein anderer Arzt vor ihm tat und somit diese Informationen im DataPool vorhanden sind. Bei Notfallpatienten können schneller die lebensrettenden Maßnahmen eingeleitet werden. Desweiteren ist der Arzt in der Lage Fehldiagnose zu vermeiden, wenn ihm die Krankengeschichte vorliegt und er somit eventuell Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausschließen kann. Letztendlich kann der Patient aufgrund der SmartCard und des DataPools schneller und effizienter behandelt werden.

    2.4. Nachteil :

    Trotz der positiven Wirkungen, die die Informations- und Kommunikationtechnologien für die Medizin bedeuten, ist ihr Einsatz nicht unumstritten.

    Mit zunehmender Technisierung gerät ein Arzt auch zunehmend in ihre Abhängigkeit. Ein Ausfall der Technik, z.b.: aufgrund einer Unterbrechung der Energiezufuhr, könnte bedeuten, dass der Arzt keinen Zugriff auf die Patientendaten hat, und sie somit nicht unmittelbar optimal behandeln könnte.

    Desweiteren ist die digitale Technik nicht zu hundert Prozent zuverlässig. Rechnerabstürze, Viren, Programmierungsfehler oder Bedienungsfehler erhöhen das Fehlerpotential erheblich.

    Weiter ist anzumerken, dass die Erst- und Neuanschaffung von medizinischen digitaltechnischen Geräten sehr hoch sind, und somit die Anschaffung erst nach längerer Einsatzzeit rentiert. Gerade im informationstechnischen Bereich ist aber die Halbwertszeit sehr gering, so dass die Finanzierung schwer zu realisieren ist. Weitere Anschaffungskosten entstehen in der Ausbildung, um die Bedienung der neuen Technik zu erlernen.

    1. Vorbemerkungen
    - Inhalt -
    3. Organisation und Verwaltung


    © by Andreas Hadel und Birgit Hadel
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