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Harald "Dirty Harry" Selsam - Das Interview

von Andreas Hadel
PowerTraining : Wie bist Du zum Powerlifting gekommen ?
Harald Selsam : Das war Zufall, ich habe das Studio gewechselt und dort trainierten viele Powerlifter. Nach drei Monaten fragten sie mich, ob ich nicht Lust hätte mal einen Wettkampf mitzumachen. Bei meinem ersten Auftritt bewältigte ich KB 180 Kg, BD 115 Kg, KH 180 Kg bei ca. 75 Kg Körpergewicht, das war 1990.
PT : Könntest Du für Unwissende kurz erklären, was es mit der HessenPower auf sich hat ?
H.S. : Markus Schick und ich teilen uns immer ein Zimmer auf den Int. Wettkämpfen, wie es sich gehört stichelt man sich mit den anderen Athleten -aus Spaß- immer ein bißchen an. Und am Ende ging es dann halt Land gegen Land und schon war die "Hessen Power" geboren. Spaß gehört halt immer dazu.
PT : Du hast auch schon an Wettkämpfen in den USA teilgenommen. Wie stark hat Dich der Jetlag leistungsmäßig beeinflußt ?
H.S. : Ich hatte noch nie ein Problem mit dem Jetlag, da ich immer versuche mind. 5 Tage vor dem Wettkampf dort zu sein, das reicht um sich zu aklimatisieren.
PT : Du bist Mitglied im WPC-Germany. Erfüllst Du noch eine andere Funktion im WPC außer die des Athleten ?
H.S. : Ja, ich bin im Vorstand und befasse mich mit der Öffentlichkeitsarbeit bzw. bearbeite ich auch die WPC - Germany Web Site. Zudem habe ich auch noch die Rolle als Bindeglied zwischen Vorstand und Athleten übernommen.
PT : Der WPC-Germany leistet vor allem seit dem letztem Jahr verstärkte Öffenlichkeitsarbeit. Welche weiteren Ziele hat sich der WPC-Germany vorgenommen ?
H.S. : Nun, wir sind ja erst am Anfang und wollen natürlich weiter wachsen. Wir wollen unseren Sport weiter der breiten Masse vorstellen (TV, Presse) und somit das Powerlifting für alle interressanter machen. Ich habe in den nächsten Jahren noch einige heiße Eisen im Feuer. Natürlich wollen wir weiter dafür sorgen, dass sich unsere Athleten bei uns wohl fühlen. Desweiteren wird es in der Zukunft auch mehr Wettkämpfe in Deutschland geben, aber wie gesagt alles in kleinen Schritten. Wir wollen auch gar nicht die Nr. 1 in Deutschland werden, sondern eine gute Alternative zu bestehenden Verbänden.
PT : Gibt es im WPC-Germany auch Pläne, um mehr Jungendliche für den KDK zu gewinnen ?
H.S. : Das ist allerdings ein generelles Problem in allen Verbänden, das der Nachwuchs immer weniger wird. Wir als neuer Verband tun uns allerdings etwas schwerer damit, aber wir arbeiten daran.
PT : Wie siehst Du persönlich die Zukunft des Powerliftings in Deutschland ?
H.S. : Das Powerlifting muß professioneller gemacht werden und mehr in den Medien vertreten sein, dann sehe ich noch sehr gute Zeiten für das Powerlifting kommen. Aber ich glaube nicht, dass es jemals olympisch wird, tut mir leid, ist meine persönliche Meinung.
PT : Nicht nur der KDK hat es Dir angetan, Du absolvierst auch Strongmen-Wettbewerbe. Was kannst Du Strongmen empfehlen, die kurz vor ihrem ersten Wettkampf stehen ?
H.S. : Sie sollten auf keinen Fall unvorbereitet in ihren ersten Wettkampf gehen, so wie es mir ergangen ist.
PT : Auf Deiner WebSite steht, dass Du nie wieder so schlecht bei einem Strongmen-Wettkampf abschneiden willst, wie es bei Deinem ersten der Fall war. Fällt es Dir schwer sportliche Niederlagen zu akzeptieren ?
H.S. : Die Frage ist schon mit der davor beantwortet, ich wußte damals nicht, was mich dort alles erwartet. Sagen wir mal so, wer verliert schon gerne, aber jetzt mal ernst. Früher wollte ich auf den Wettkämpfen nur gut abschneiden, aber das hat sich logischerweise geändert aufgrund der Leistungssteigerung. Wenn ich heute in die USA oder zu einem Int. Wettkampf fahre, gehöre ich immer zu den Favoriten oder Titelverteidigern, von daher ist es mein Ziel diesen Wettbewerb auch zu gewinnen. Allerdings wenn einer oder mehrere halt besser sind, habe ich halt Pech gehabt und versuche das beim nächsten Wettkampf besser zu machen.
PT : Als Du im Jahr 2000 bei der Weltmeisterschaft Deinen Titel leider nicht verteidigen konntest, sagten viele Athleten, dass Du von der Jury benachteiligt wurdest. Bist Du auch dieser Meinung ?
H.S. : Da ich selbst Int. Kampfrichter bin, weiß ich, wie schwer manche Entscheidungen sind. Man muß mit diesen Entscheidungen leben und einfach noch härter trainieren.
PT : Du betreust auch Athleten die beim BVDK starten. Wie ist Dein Verhältnis zum BVDK ?
H.S. : Ich persönlich habe keine Probleme mit dem BVDK oder deren Athleten. Ich bin bei vielen Wettkämpfen als Zuschauer oder Betreuer dabei. Ich habe auch heute noch sehr viele Freunde im BVDK, vor allem im Osten. Nur zur Info, ich war der erste "Wessi" der im Osten an einer Meisterschaft teilgenommen hat.
PT : Wie siehst Du Deine sportliche Zukunft und was dürfen wir in naher Zukunft von Dir erwarten ?
H.S. : Ein paar Jahre wollte ich eigentlich noch aktiv sein und ich möchte dieses Jahr in der -100 Kg Klasse noch die 1000 Kg-Marke brechen, allerdings erst im Oktober, entweder bei den WPO Semi Finals in Florida oder zur WM in Finnland.
PT : Danke Harald und viel Erfolg für Deine Zukunft.

Links :
Dirty Harry finden Sie auch im Netz der Netze :
www.Powerlifting-Selsam.de
Die WebSite des WPC-Germany von Harald Selsam :
www.Powerlifting-Selsam.de/wpc.htm


Ausgabe 3/02

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